Für den 1. FC Union Berlin stand gestern das erste Heimspiel in der 1. Bundesliga an. In der ersten Viertelstunde schwiegen die Union-Fans, wie vom Wuhlesyndikat zuvor angekündigt, um gegen den Gegner Rasenballsport Leipzig zu protestieren. Erst danach sangen die FCU-Fans lautstark für ihren Verein.
„Ehrenamt sei Dank – Der Verein lebt durch seine Fans! Unionliga. Stadionhefte. Fantreff. FuMA. Stadionbau. Eiserne Hilfe. Stiftung. Stadionmucke. Die unzähligen Veranstaltungen und all die Achims und Elfriedes.“, lautete die Botschaft, die im Stadion an der Alten Försterei während des Stimmungsboykotts über den Zaunfahnen der Union-Fans hing.
Ganz offiziell: Stadionsprecher Christian Arbeit ruft nochmal zum 15-minütigen Schweigen auf. Begründung: „Haltung bewahren“ #FCURBL pic.twitter.com/5HdIcRdHJW
— RBlive (@_RBlive_) August 18, 2019
Der 15 Minuten lange Stimmungsboykott wurde von den Union-Fans im Jahr 2014 und 2015, als Union in der 2. Bundesliga auf RB Leipzig traf, bereits in gleicher Form durchgeführt. Via Stadionsprecher, der gestern Teile des Statements der Ultras von Union Berlin vorlas, unterstützte der Verein den Boykottaufruf des Wuhlesyndikats, in dem angekündigt wurde, dass die Union-Fans mit der Fortsetzung der Proteste Haltung bewahren wollen.
Stimmungsboykott beendet, Tor RB #FCURBL pic.twitter.com/DwqDchqYgk
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Im Programmheft von Union wurde gestern beim Heimspiel gegen RB Leipzig bei der Gegnervorstellung das Wappen der BSG Turbine Markranstädt gezeigt, weil RB Leipzig zur Saison 2009/2010 das Startrecht des SSV Markranstädt übernahm.
Da haben die Berliner Kollegen für das Stadionheft wohl ein altes Logo erwischt #FCURBL pic.twitter.com/gjhhj38z2E
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Vor Anpfiff wurden im Stadion noch Banner mit den Gesichtern von verstorbenen Union-Fans hochgehalten. Eine vom FC Union beworbene Aktion, mit der auch verstorbene Fans beim ersten Bundesliga-Spiel im Stadion an der Alten Försterei zumindest symbolisch anwesend sein konnten. Wegen dieser Aktion gab der Verein die gestrige Zuschauerzahl mit 22.467 an. So viele Zuschauer passen gar nicht ins Stadion. Union zählte jedoch die auf den Bannern gezeigten Union-Fans mit.
Nur eine Minute, nachdem die Union-Fans nach einem Countdown den Support der eigenen Mannschaft aufnahmen, sorgte Halstenberg für den Führungstreffer der Gäste. Sabitzer und Werner erhöhten vor der Halbzeit noch auf 3:0 und in der zweiten Hälfte erhöhte Nkunku noch zum 4:0 Endstand. „Nach 10 Jahren wieder ein Ostverein in dieser Liga!“, stand gestern noch auf einem Spruchband des Wuhlesyndikats geschrieben, die damit nochmals deutlich machten, dass RB Leipzig für sie kein Ostverein ist.
Nach 10 Jahren wieder ein Ostverein in dieser Liga! #fcunion #fcurbl pic.twitter.com/BccPamu3lp
— Dennis Morhardt (@gglnx) August 18, 2019
Laut Angaben eines RB Leipzig-Anhängers soll es im Gästeblock gestern nach Gülle gestunken haben. Beim letzten RB Leipzig-Gastspiel hatten Union-Fans dort noch stinkende Buttersäure ausgebreitet. Der Gestank von gestern soll nach unseren Informationen aber nichts mit einer Aktion von Union-Fans zu tun gehabt haben. Im Gästeblock war vor Anpfiff noch eine Choreografie zu sehen, deren Motto „Leipzig, Mittelpunkt unseres Lebens – Leidenschaft, der Grund unseres Strebens“ war.
Diesmal stinkt es im Gästeblock erst ab der 40. Minute und nicht nach Buttersäure, sondern eher nach naja Gülle. Sind ja auch vier Jahre her seit dem letzten Mal. Vielleicht war Buttersäure-Geruch bei den Stinke-Ampullen einfach aus. #fcurbl
— rotebrauseblogger (@rotebrauseblog) August 18, 2019
Nach Abpfiff machte sich RB Leipzig noch über den Stimmungsboykott der Union-Fans lustig und erklärte via Kurznachrichtendienst Twitter: „Schweigen ist Silber, Siegen ist Gold. Oder so. Wir feiern jetzt auf jeden Fall noch lautstark den Auswärtssieg. Mindestens 15 Minuten“. Doch tatsächlich waren es die Union-Fans, die ihre Mannschaft und ihren Verein trotz der deutlichen Niederlage im ersten Bundesliga-Heimspiel noch bis weit nach Abpfiff lautstark feierten:
Wenn deine Mannschaft gerade zum Auftakt der neuen Saison 0:4 verloren hat. #fcurbl pic.twitter.com/pheMSzrffc
— Tagesspiegel Sport (@TspSport) August 18, 2019



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