Am 18. Mai 2019 kam es anlässlich des Spiels zwischen Carl Zeiss Jena und 1860 München zu umstrittenen Polizeieinsätzen gegen FCC-Fans (Faszination Fankurve berichtete). Die Blau-Gelb-Weiße Hilfe hat sich ein Jahr nach den Auseinandersetzungen nochmal zu den anschließenden Hausdurchsuchungen und den Ermittlungen gegen Polizisten zu Wort gemeldet.
Die Blau-Gelb-Weiße Hilfe, die gestern mit einer neuen Webseite online gegangen ist, hatte im Nachgang der Vorfälle beim Heimspiel gegen den TSV 1860 München dem Innenausschuss des Thüringer Landtages einen Bericht vorgelegt, der auf Aussagen von etwa 30 Zeugen beruhte, woraufhin es zu Ermittlungen gegen Polizisten kam.
Mitte September 2019 kam es dann zu vier Hausdurchsuchungen bei vier FCC-Fans. Dabei soll auch nach den Zeugenaussagen der 30 FCC-Fans gesucht worden sein. Die von der Durchsuchung betroffenen FCC-Fans seien jedoch kein Teil der Blau-Gelb-Weißen Hilfe. Bei der Fanhilfe aus Jena vermutet man, dass die Durchsuchungen erfolgten, um FCC-Fans einzuschüchtern.
Von den fünf Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamten wurden nach Angaben der Blau-Gelb-Weißen Hilfe bereits vier Verfahren eingestellt. Bei 152 Ermittlungsverfahren gegen Fans gab es hingegen bereits vier Verurteilungen zu Geldstrafen. Offen sind noch 148 Verfahren gegen Fans. Die Fanhilfe aus Jena vermutet, dass bei Polizisten und Fans mit zweierlei Maß gemessen werde. Die Blau-Gelb-Weiße Hilfe fordert weiterhin eine unabhängige Aufarbeitung der Vorfälle. (Faszination Fankurve, 19.05.2020)
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Pfeffersprayeinsatz der Polizei gegen FCC-Fans am 18. Mai 2019.
Bild: Horda-Azzuro.de
Faszination Fankurve dokumentiert die Pressemitteilung der Blau-Gelb-Weißen Hilfe:
Noch immer keine Aufklärung in Sicht: Ein Jahr nach den Auseinandersetzungen beim Spiel FC Carl Zeiss Jena gegen TSV 1860 München
Auf den Tag genau ein Jahr ist es nun her, dass der FC Carl Zeiss Jena am 18. Mai 2019 den TSV 1860 München im Ernst-Abbe-Sportfeld empfing und sich mit einem 4:0-Heimsieg auf grandiose Weise den Klassenerhalt sichern konnte. Überschattet wurde das Spiel von massiven Auseinandersetzungen zwischen Jena-Fans und der Polizei. Die Blau-Gelb-Weiße Hilfe kritisierte in einer zeitnah nach den Ereignissen veröffentlichten Pressemitteilung die Medienberichterstattung, bei der oftmals einfach im Wortlaut der Polizeibericht übernommen wurde, eine kritische Aufarbeitung des Polizeieinsatzes und Fehler der Polizei hingegen keine Erwähnung fanden. Kurz darauf legte die Blau-Gelb-Weiße Hilfe dem Innenausschuss des Thüringer Landtages einen umfangreichen Bericht vor, in dem auf Grundlage von 30 Zeug*innenaussagen das Vorgehen der Polizei stark kritisiert wurde. Der Innenausschuss widmete sich der Thematik und einige Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamt*innen wurden aufgenommen.


