„Vielmehr setzt man auf Eskalation“

Faszination Fankurve 11.08.2022 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Die Braun-Weiße kritisiert die Polizei, weil diese bei Heimspielen des FC St. Pauli in jüngster Vergangenheit gegen Fans vorgegangen sei, die vorm Spiel die Budapester Straße am Millerntor überqueren wollten. Dabei seien die Fans teilweise mit Pfefferspray attackiert worden.

„Auf dem Weg kreuzen zahlreiche Fans dabei die Budapester Straße, um auf kürzestem Wege zu den Eingängen zu gelangen. Eine Praxis, welche seit über 20 Jahren so gehandhabt wird und bisher nie zu Problemen mit der Polizei führte. Das Ende der abgelaufenen Saison stellt hierbei allerdings einen Wendepunkt dar! Beginnend mit dem Abendspiel des FC St. Pauli gegen den SV Darmstadt 98 am 23.04.2022 um 20:30 Uhr, wollte die Hamburger Polizei von dieser Handhabung nichts mehr wissen. Die Fans wurden auf ihrem Weg zum Stadion aufgestockt und es wurde ihnen ein Überqueren der Budapester Straße verwehrt. Hierbei agierte die Polizei sehr hitzig und aggressiv, was sich negativ auf die friedvolle Stimmung der St. Pauli Fans auswirkte. Neben Schlagstöcken setzten die Polizist:innen auch massiv Pfefferspray ein. Dieses rabiate und unvorhersehbare Verhalten seitens der Hamburger Polizei führte unter Teilen der betroffenen St. Pauli Fans zu einem panischen Verhalten. Das stets friedliche, gemeinsame Spazieren zum Stadion wurde versucht aggressiv zu unterbinden, wobei zahlreiche Fans im Nachgang über Verletzungen und Unwohlsein klagten“, beschreibt die Fanhilfe, die FC St. Pauli-Fans bei Problemen mit Polizei oder Justiz unterstützt, die aktuelle Situation am Millerntor.

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„Unserer Ansicht nach vollzieht die Polizei Hamburg hier einen grundlegenden Strategiewechsel. Der bisherige deeskalative Ansatz, im Umgang mit der Fanszene des FC.St. Pauli an Heimspieltagen, scheint passé. Vielmehr setzt man auf Eskalation und schreckt dabei nicht vor verbaler und physischer Gewalt zurück. War es in der Vergangenheit durchaus üblich, dass die Polizei in ihrer Präsenz an Heimspieltagen zurückhaltend auftrat oder den Autoverkehr auf der Budapester Straße nach Abpfiff sperrte, so ist dieses offenbar (polizei)politisch nicht mehr gewollt. Über die Gründe kann an dieser Stelle nur spekuliert werden“, so die Kritik der Braun-Weißen Hilfe.

Die Fanhilfe ruft die Polizei Hamburg deshalb dazu auf, eskalative Auftreten zu unterlassen. Fans seien kein Freiwild und die Bewegungsfreiheit Aller solle im Stadtteil eine Selbstverständlichkeit sein, ohne Angst vor polizeilichen Übergriffen. Am Sonntag empfängt der FC St. Pauli am 4. Spieltag der 2. Bundesliga den 1. FC Magdeburg im heimischen Millerntor. Vor dem Spiel werden wieder zahlreiche Heimfans die Budapester Straße kreuzen. Wie die Polizei dieses Mal reagieren wird, bleibt abzuwarten. (Faszination Fankurve, 11.08.2022)

 

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