In der Westkurve des Grünwalder Stadion zeigten die Ultras des TSV 1860 München beim Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue zum heutigen Start des Oktoberfestes ihre bereits zur Tradition gewordene Wiesn-Choreografie. Die Fanszene des FC Erzgebirge Aue verzichtete hingegen auf organisierten Support.
Unter dem Titel „SCHLUSS, AUS, VORSTAND RAUS!“ wurde der Verzicht auf organisierten Support angekündigt: „Wir stellen den aktiven Support vorerst ein! Auch wenn uns dieser Schritt schwerfällt, aber nach der unsäglichen Derbyniederlage und insbesondere, wie sich die Gremien und der Vorstand präsentieren, sehen wir uns zu diesem Schritt gezwungen. Konkret heißt das: Kein Vorsänger, keine Trommel, keine Fahnen oder andere optische Elemente. Dabei denken wir von Spiel zu Spiel. Wir sind gewillt schnellstmöglich wieder aktiv zu werden. Daran gekoppelt sind zwei Bedingungen: 1. SOFORTIGE Terminierung einer Mitgliederversammlung und Neuordnung der Gremien, insbesondere des Vorstandes und Aufsichtsrates. Ziel soll ein Neuanfang sein, der seinen Namen auch verdient. 2. Die Mannschaft MUSS liefern und endlich beginnen für diesen Verein zu kämpfen. Dabei wollen wir Engagement, Kampf und Einsatz sehen. Wenn diese Punkte erfüllt sind, werden wir den aktiven Support wieder aufnehmen. Sollte der Vorstand allerdings – Wieder einmal! – der Meinung sein, uns und alle weiteren Mitglieder zu täuschen, gehen die Maßnahmen auf diesen Zustand zurück. Wer gerne die Mannschaft weiter unterstützen will, soll das machen. Für uns besteht nach diesem Auftritt erst einmal Klärungsbedarf“, gaben Erzbrigade und Block P dazu bekannt. Vorm Gästeblock hing dann dementsprechend auch eine „SCHLUSS, AUS, VORSTAND RAUS!“-Botschaft.
„Wiesn is und Sechzge spuid, erst a Sieg und dann wer’s wuid!“, lautete das Motto der diesjährigen Wiesn-Choreografie der TSV 1860-Fans zum Start des Oktoberfestes in München. Die Löwen-Fans hielten dazu weiße und blaue Zettel hoch. Vor der Westkurve kam zudem das Grünwalder Stadion ebenso zum Vorschein wie ein Festzelt mit Fahrgeschäften im Hintergrund. Ein Sechziger machte sich dann bei der Choreografie vom Stadion auf zum Volksfest auf der Theresienwiese.
Mit einem „17,50 € für nen Steher? Dafür gibt’s bei uns am Fantreff 7 Bier!!“-Plakat kritisierten Gästefans erneut die Ticketpreise beim TSV 1860 München. Aus dem 1860-Fanslager gab es zudem noch ein kritisches „Erneuter Angriff durch U-niformierte S-chläger K-nechte – Gäste kämpft für eure Reche ACAB“-Spruchband in Richtung des Unterstützungskommandos (USK) der Polizei.
Wie in der Choreografie angekündigt, gelang den Löwen tatsächlich ein Heimsieg. Nach der Derbyniederlage in der Vorwoche gegen Zwickau ging die Talfahrt des FC Erzgebirge Aue auch in München weiter. Die Löwen gewannen vor 15.000 Fans im ausverkauften Grünwalder Stadion mit 3:1. Der Treffer für die Gäste aus Westsachsen fiel dabei erst in der Nachspielzeit. Lakenmacher erzielte alle Tore des TSV 1860. (Faszination Fankurve, 17.09.2022)
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