Kontrolle in Wolfsburg: Daten von Werder-Fans sollen bis 2027 gespeichert werden

Faszination Fankurve 23.09.2022 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Im Nachgang der umstrittenen Polizeikontrolle in Wolfsburg erhielt die Grün-Weiße Hilfe 155 Rückmeldungen von Werder Bremen-Fans und anderen Personen. Durch diese Rückmeldungen ergibt sich ein genaueres Bild der Situation vor Ort, was nun unter dem Titel „So erlebten die Werder-Fans die Polizeikontrolle in Wolfsburg“ veröffentlicht wurde.

„55 % der Mitteilungen sprechen von problematischem Verhalten auf Seiten der Polizei, unter anderem Häme, Beleidigungen gegenüber Fans, Racial Profiling und Diskriminierung von behinderten Menschen. Vor der Kontrollstelle wurde die Wartezeit mit durchschnittlich 52 Minuten angegeben (Median: 30 Minuten), bis es weiterging. Das individuelle Kontrollieren von einzelnen Personen selbst dauerte im Schnitt zwölf Minuten (Median: fünf Minuten). Bei den Personen, die nach der Kontrolle warten mussten, dauerte es durchschnittlich 17 Minuten (Median: fünf Minuten), bis sie weiter Richtung Stadion gehen konnten“, gab die Fanhilfe aus dem Fanlager von Werder Bremen ein paar statistische Werte bekannt, die sich aus der Auswertung der 155 Rückmeldungen ergaben.

Anhand von Zitaten aus den Rückmeldungen rekonstruiert die Grün-Weiße Hilfe die Geschehnisse in Wolfsburg im Detail. Probleme vor Ort für die Fanbetreuung und das Fanprojekt werden von den Fanhilfe aus Bremen dabei ebenso thematisiert, wie „entwürdigende Toilettengänge“, „erniedrigende Kontrollen“ und die fehlende Versorgung mit Wasser.

Weiter stellt die Grün-Weiße Hilfe fest, dass es bisher keine Entschuldigung der zuständigen Polizeiinspektion und -direktion eingegangen sei. Vielmehr wolle man die gesammelten Daten sogar bis August 2017 speichern: „Die Polizeiinspektion Wolfsburg/Helmstedt und die Polizeidirektion Braunschweig haben sich übrigens bis zum heutigen Tage weder der „Entschuldigung“ des Innenministers angeschlossen noch sonst irgendwie ein eigenes Fehlverhalten eingeräumt. Anhand von Dokumenten, die uns mittlerweile vorliegen, können wir vielmehr belegen, dass die Polizei noch im Nachgang des Spiels die Öffentlichkeit gezielt getäuscht hat. Auf dieses unseriöse Gebaren der Polizei Wolfsburg kommen wir demnächst an dieser Stelle zurück. Darüber hinaus hat die Polizeidirektion Braunschweig nun auf die ersten Datenauskunfts- und Löschanträge von Werder-Fans reagiert. Dabei beharrt sie allen Ernstes darauf, dass die Datenerhebung rechtmäßig gewesen sei und die in der Kontrollstelle erhobenen Daten noch weitere fünf Jahre lang, bis August 2027, gespeichert blieben. Auch dies werden wir selbstverständlich nicht akzeptieren“, so das Statement der Grün-Weißen Hilfe weiter. Hier könnt ihr den gesamten Rückblick der Grün-Weißen Hilfe nachlesen. (Faszination Fankurve, 23.09.2022)

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