Am gestrigen Mittwoch hat Hertha BSC-Investor Lars Windhorst die Anteile der Tennor Holding an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA zum Kauf angeboten. Windhorst bietet dem Verein laut eigenen Angaben den Anteil von 64,7 Prozent „zum damaligen Kaufpreis“ an.
„Nach reiflicher Überlegung und Auswertung der letzten drei Monate stellen wir leider fest, dass es keine Basis und keine Perspektive für eine erfolgreiche wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Tennor Group und Hertha BSC geben wird“, teilte Windhorst via Facebook mit.
Im Juni 2019 wurde bekannt, dass sich der Unternehmer Lars Windhorst 37,5 Prozent der Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA gesichert hat. Im November 2019 erhöhte der Investor seine Anteile auf 49,9 Prozent. Im Juli und Oktober 2020 wurden weitere Anteile an Hertha BSC verkauft, so dass Windhorsts Tennor Holding aktuell insgesamt 64,7 Prozent der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA besitzt. Dafür sollen insgesamt auf 374 Millionen Euro geflossen sein. Der Hertha BSC e.V. hat weiterhin die Stimmenmehrheit und besitzt 50 Prozent plus eine Stimme an den Stimmrechten der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA, wodurch die 50+1-Regel in Berlin weiterhin eingehalten wird.
Hertha BSC widersprach den Darstellungen von Windhorst gestern vor allem im Hinblick auf seine Aussagen über Hertha BSC-Präsident Kay Bernstein: “Der Facebook Post von Lars Windhorst vom heutigen Nachmittag entspricht nicht dem Besprochenen und Verabredeten. Die darin erhobenen sonstigen Vorwürfe sind unzutreffend. Mit Beginn der Amtszeit von Präsident Kay Bernstein gab es mit Blick auf die Kritikpunkte der Vergangenheit diverse Gespräche hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen Tennor und Hertha BSC. Es wurde ein regelmäßiger und formaler Termin zur Abstimmung von Strategie und Themen verabredet und initiiert, welcher seit Juni bis heute zweimal stattfand und diese Woche ein weiteres Mal hätte stattfinden sollen. Nach Veröffentlichung des Artikels in der Financial Times am vergangenen Donnerstag (29.09.22) gab es Kontakt zwischen Tennor und Hertha BSC. Hertha BSC, Kay Bernstein oder ein anderer Vertreter des Vereins haben sich zu keinem Zeitpunkt Lars Windhorst oder Tennor gegenüber vorverurteilend in der Öffentlichkeit geäußert. Hertha BSC bietet Tennor die Unterstützung bei der Käufersuche in einem geordneten Investorenprozess im besten Interesse von Hertha BSC und Tennors Investoren Gläubigern an.“
Nachdem die Financial Times einen Bericht über Hertha BSC-Investor Lars Windhorst veröffentlichte, wonach dieser Unternehmensspione auf den damaligen Hertha-Präsidenten Gegenbauer angesetzt habe, forderte die aktive Hertha BSC-Fanszene bereits am Sonntag den Ausschluss von Windhorst. „Windhorst raus aus unserem Verein!“ und „Schmutzkampagnen, Detektive und Millionen werden es nicht beenden. Hertha BSC bleibt fest in unseren Händen“, war auf Spruchbändern in der Ostkurve zu lesen. (Faszination Fankurve, 06.10.2022)
— Marc Schwitzky (@junger_herr_) October 5, 2022
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