„Einer rein profitorientierten Funktionsweise des Fußballs entgegentreten“

Faszination Fankurve 07.11.2022 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Die aktive SC Freiburg-Fangruppe IWF 12 organisiert am kommenden Samstag im Dreisamstadion einen Vortrag mit dem Autor Raphael Molter. Unter dem Titel „Wir können uns diesen Fußball nicht mehr leisten“ soll es um die Profitorientierung im modernen Fußball gehen.

Die anstehende Weltmeisterschaft in Katar sei in dieser Hinsicht ein neuer Tiefpunkt. Die Sport-Club-Fans wollen dabei auch einen Boykott der WM in Katar diskutieren, aber auch allgemeiner auf negative Entwicklungen im Fußball blicken. (Faszination Fankurve, 07.11.2022)

Faszination Fankurve dokumentiert den Veranstaltungsaufruf von IWF 12:

EIN VORTRAG ZUR WM 2022 – ZWISCHEN BOYKOTT UND DEM BLICK ÜBER DEN TELLERRAND HINAUS.

Wenn wir uns fragen, welche Werte wir mit Fußball verbinden, sollten Ausbeutung der Natur und des Menschen für viel, viel Geld eigentlich nicht in der Überlegung auftauchen. Und doch sind sie untrennbarer Teil eines Sports geworden, der für viele nur noch Ungerechtigkeit und Leid bedeutet. Ein Fußball, der seinen Kern verrät, um damit Geld zu verdienen.

Die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft der Herren stellt diesbezüglich einen neuen Tiefpunkt dar, den wir nicht unkommentiert lassen können. Zwar gibt es von Seiten der Fankurven reichlich Kritik an Katar und das nicht erst seit gestern. Doch leider müssen Fußballfans konsterniert feststellen: Zum Besseren wendet sich dadurch kaum etwas.
Gegen die Verbände und die Leitplanken eines fest im Kapitalismus verankerten Fußballs lässt sich nicht viel ausrichten. Die gestellten Fragen sind richtig, nur liefern die bisherigen Antworten nicht ausreichend Erklärungen und Potenziale zur Veränderung.

Wir fragen uns daher mit Raphael Molter, ob ein Boykott der einzige Weg sein kann oder sich aus der Kritik an dem Turnier auch ganz neue Wege eröffnen können. Eine einschneidende Analyse des zeitgenössischen Spiels mit dem runden Leder soll aufzeigen, wie einer rein profitorientierten Funktionsweise des Fußballs entgegentreten werden kann.

Raphael Molter ist geborener Köpenicker, lebt aber mittlerweile im mittelhessichen Gießen. In seinem kürzlich erschienenen Buch „Friede den Kurven, Krieg den Verbänden“, sowie seinem Podcast „beyond the ball“ äußert er materialistische Fußballkritik und lässt uns daran in seinem Vortrag in Freiburg teilhaben.

Dabei werden wir am Samstag, den 12.11.2022 um 19:00 Uhr im Verwaltungsgebäude des Dreisamstadions gemeinsam folgenden Leitfragen nachgehen:

Wie ist die Lage in Katar und welche Probleme und dahinterliegenden Verhältnisse hängen damit zusammen?

Wie reagieren Medien, Wissenschaftler*innen und Fußballfans auf die »Blut-WM«?

Greift unsere Kritik zu kurz? Warum die Verteidigung von Menschenrechten nicht ausreicht!

Wie lässt sich die WM 2022 in Katar vor dem Hintergrund eines global agierenden Fußballs verstehen?

Begreifen wir unseren Fußball! Welche Perspektiven öffnen sich durch eine kritische Auseinandersetzung mit dem marktkonformen Fußball?

Zuerst der Input, dann die Diskussion: Lasst uns die Protestform des Boykotts nutzen, um uns für einen anderen Fußball stark zu machen. Bekämpfen wir Katar, bekämpfen wir die Fifa. Holen wir uns den Fußball, wie wir ihn lieben und sehen wollen, zurück!

VERANSTALTUNGSPLAKAT:

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Das Buch zum Vortrag:

Friede den Kurven, Krieg den Verbänden: Fußball, Fans und Funktionäre – Eine Herrschaftskritik

Fußballfans haben in den letzten Jahren viel gegen die Kommerzialisierung ihres Sports protestiert, gebracht hat es wenig. Egal, ob es gegen Investoren à la Dietmar Hopp, ein Vereinskonstrukt aus Leipzig oder eine Weltmeisterschaft in Katar geht. Es fehlt nicht an Aktivismus, sondern am Verständnis für die Funktionsweise des Kommerzfußballs. Wer nur die nächste Unappetitlichkeit aufs Korn nimmt, der rettet nicht den Fußball, der bekämpft nur Symptome. Raphael Molter erweitert den Blick über den Tellerrand hinaus: Verbände und ihre Funktionäre müssen in den Mittelpunkt gerückt werden – nicht nur im Protest, auch in der Analyse. So entsteht ein Bild, wie der Fußball und das Geschäft mit ihm heute funktionieren, warum so vieles schiefläuft und was gebraucht wird, um das zu ändern. Ein Seitenblick auf theoretische Ansätze von Johannes Agnoli und Chantal Mouffe kann weiterhelfen. Er liefert hilfreiche Fingerzeige, wie der Fußball denen zurückzugeben wäre, die Wochenende für Wochenende auf die Spiele warten und in die Stadien pilgern.

Friede den Kurven, Krieg den Verbänden“ hier bei Amazon bestellen!

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