„Salerno beugt sich nicht“ – Ultras protestieren gegen Relegationschaos

Faszination Fankurve 06.06.2025 0 Kommentare

Foto: ngsalerno1990

Am Dienstagabend, den 4. Juni, versammelten sich rund 500 Anhänger der US Salernitana auf der Piazza Amendola zu einer lautstarken und entschlossenen Kundgebung. Organisiert von der Curva Sud Siberiano und weiteren Fangruppen, richtete sich der Protest gegen die jüngsten Entscheidungen der Lega B rund um das ausgesetzte Relegationsspiel gegen Frosinone – und gegen das aus Sicht der Fans zunehmend intransparente Agieren der Fußballverbände.

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Eigentlich hätte Salerno am 19. Mai im heimischen Stadio Arechi gegen Frosinone antreten sollen. Über 30.000 Tickets waren bereits verkauft. Doch ein überraschender Beschluss der Liga – veröffentlicht in der Mitteilung Nr. 211 – setzte die Partie kurzfristig aus, da ein sportgerichtliches Verfahren gegen Brescia im Raum stand. Dieses wurde kurz darauf auch offiziell eröffnet.

Bereits am Abend vor dem ursprünglich angesetzten Spieltermin gegen Frosinone versammelten sich zahlreiche Salernitana-Fans vor dem Stadion, um gegen den aus ihrer Sicht absurden Spielausfall zu demonstrieren. Auch dort machten sie ihrem Frust über das späte Eingreifen der Verbände Luft und protestierten lautstark gegen das, was viele als gezielte Benachteiligung des Vereins empfinden.

Viele Fans sehen darin einen massiven Eingriff in den sportlichen Wettbewerb und fühlten sich um ihr Spiel betrogen. Die zentrale Botschaft des Abends: „Salerno non si piega“ – Salerno beugt sich nicht.

„Das ist ein Missbrauch, ein Machtspiel. Man will uns in die Serie C zwingen. Wir waren bereit mit 30.000 Menschen. Aber das ist eine Farce. Wenn ihr auch denkt, das sei eine  Schmierenkomödie – geht nicht ins Stadion!“, rief ein Sprecher der Curva Sud durch das Megafon.

Auch inhaltlich wurde Klartext gesprochen: Die Partie hätte wie geplant stattfinden müssen, unabhängig vom Gegner. Gegen andere Fangruppen, etwa die der Sampdoria, richtet sich der Unmut ausdrücklich nicht – vielmehr sieht man die Verantwortung bei den „Palästen des Fußballs“, also den Verbänden und Funktionären.

Sollte Salerno nun tatsächlich am 15. Juni in Genua und am 20. Juni im Arechi gegen Sampdoria antreten müssen, kündigten die Ultras an, die Spiele zu boykottieren. Organisierte Fanclubs könnten hingegen anwesend sein. Der Protest verlagerte sich im Anschluss auch an symbolträchtige Orte der Stadt – nahe Rathaus, Präfektur und Polizeipräsidium – um den politischen Charakter der Auseinandersetzung zu unterstreichen.

Auch die Stadt selbst reagierte: Bürgermeister Vincenzo Napoli kündigte an, sich den juristischen Schritten des Vereins offiziell anzuschließen und diese zu unterstützen.

Unterdessen haben die Ultras der Sampdoria angekündigt, ihre Mannschaft bei den Relegationsspielen zu begleiten und lautstark zu unterstützen – mit dem klaren Ziel, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen.

(Faszination Fankurve, 06.06.2025)

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