Vilnius Fans werfen aus Protest gegen Trainer Reisekoffer auf das Spielfeld
Faszination Fankurve06.08.20250 Kommentare
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Foto: Faszination Fankurve
Der 11-malige litauische Meister FK Žalgiris Vilnius steckt in einer sportlichen Krise. Nachdem der Verein nach 21 Spielen in dieser Saison lediglich auf Platz 7 von 10 liegt, folgte letzte Woche auch das Conference League aus. Die Krise führt zu einem einfallsreichen Protest der Fans gegen den Trainer Vladimir Cheburin. (Faszination Fankurve, 06.08.2025)
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Für den litauischen Rekordmeister läuft die aktuelle Saison alles andere als geplant. Schon in der Liga bleibt die Mannschaft deutlich hinter den Erwartungen der Fans. Nachdem der Verein nun vergangene Woche auch in der Conference Leauge gescheitert war, griffen die Fans rund um die „Pietų-IV Ultras“ zu einem kreativen Protest gegen den Trainer Vladimir Cheburin, welcher von Seiten der Fans vor allem für die Misere verantwortlich gemacht wird.
So kam es beim Heimspiel gegen FK Kauno Žalgiris dazu, dass Fans zu Anpfiff des Spiels symbolisch eine zweistellige Anzahl Reisekoffer auf das Feld warfen. Das Spiel musste daraufhin für mehrere Minuten unterbrochen werden.
Es war nicht der erste Protest der Fans gegen den Trainer. Schon im Conference League Hinspiel Ende Juli organisierten die aktiven Fans einen Stimmungsboykott. Lediglich ein Spruchband mit der Aufschrift „Mūsų tylą apmokėjo Vilma“ (Unser Schweigen wurde von Vilma bezahlt.) hing im Block der aktiven Fans von Žalgiris. Vilma Venslovaitiene ist die Geschäftsführerin des FK Žalgiris Vilnius welche weiterhin am umstrittenen Trainer festhält.
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Die aktiven Fans rund um die Pietų-IV Ultras rufen alle Žalgiris – Fans dazu auf sich dem Protest anzuschließen. Ein Rücktritt blieb, zum jetzigen Zeitpunkt, jedoch weiterhin aus.
Noch ein paar Hintergrundinformationen zum Verein. „Žalgiris“ ist die wörtliche Übersetzung von „Grunwald“, womit im Polnischen der Ort des Sieges über die deutschen Kreuzritter in der Schlacht bei Tannenberg im Jahr 1410 gemeint ist. Polen und Litauer kämpften damals gemeinsam gegen den Deutschen Orden und sind noch immer stolz auf die gewonnene Schlacht in den Masuren.
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Die „Pietu-4 Ultras“, existieren laut eigenen Aussagen bereits seit 1986 und sind eine von zwei relevanten Fußballszenen in Litauen. Neben ihnen hat noch DFK Dainava aus der Kleinstadt Alytus eine Szene. Im Basketball haben sonst noch Rytas Vilnius und Zalgiris Kaunas eine relevante Szene. Dazu gibt es noch eine Handvoll Szenen, die aber selten die Anzahl von über 20 Leuten im Stimmungsblock erreichen. Spannend sind die Verflechtungen beider Zalgiris-Klubs sowie Rytas und Dainava. Letztgenannte sind Riots auch nicht abgeneigt und bringen zurzeit in die sonst eher entspannte Fanwelt Litauens etwas Aufregung rein. So wurde 2023 beim Spiel Dainava-Vilnius der Gästemob von Rytas&Dainava bei ihrem Treffpunkt in Vilnius attackiert. Am Abend krachte es dann noch einmal, beide Aufeinandertreffen gewann die Koalition. Rytas wirkt objektiv betrachtet als Nummer 1 im Lande, beim Finalspiel in Kaunas 2023 waren über 1000 Leute angereist. Sonst fahren, egal in welcher Sportart, eher um die 30-100 Ultras auswärts. Die anderen Szenen neben den „Pietu-4 Ultras“ gründeten sich ebenfalls um die Jahrtausendwende herum. Noch erwähnenswert: Die Fans von Zalgiris Vilnius pflegen außerdem eine Freundschaft zu der Gruppe Vakaru Frontas aus dem Küstenort Klaipeda sowie die internationale Verbindung zu den Ultras von Dynamo Kiev. So beteiligen sich die Zalgiris Ultras regelmäßig an Spenden-Aktionen für die Ukraine.
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