Eintracht Braunschweig lehnt Polizeivorschlag für Niedersachsenderby ab
Faszination Fankurve16.09.20250 Kommentare
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Eigentlich ist das diesjährige Niedersachenderby erst am 26. Oktober 2025. Da es bei den vergangenen Derbys zwischen Hannover und Braunschweig aber zu umstrittenen Regularien kam, ist das 135. Niedersachsenderby bereits jetzt in den Medien präsent. Nun hat Eintracht Braunschweig ein Statement verfasst, in dem sich der Verein zu möglichen Regularien äußert.
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Foto: Faszination Fankurve
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Bereits am 5. September, also rund 1 1/2 Monate vor dem 135. Niedersachsenderby, veröffentlichte die Fanhilfe Hannover eine Pressemitteilung, in der sie Forderungen für das nächste Niedersachsenderby aufstellte. Faszination Fankurve berichtete.
Nun hat auch der Verein Eintracht Braunschweig eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie auf die Forderung der Polizei eingeht, Tickets beim nächsten Derby streng zu personalisieren. So teilte die einsatzführenden Polizeidirektion Braunschweig dem Verein mit, dass sie fordert für das anstehende Niedersachsenderby sämtliche Gästetickets für die Fans aus Hannover zu personalisieren. Diese Forderung der Polizeidirektion hat der Verein jetzt hinsichtlich Einlasszeitberechnung, mögliche Haftungsübernahmerisiken, Sicherheitszugewinn, sowie datenschutzrechtliche Fragestellungen überprüft. Der Verein kommt zu dem Entschluss das eine strenge Personalisierung, wie sie die Polizei fordert, für Eintracht Braunschweig als Veranstalter nicht realisierbar ist, weshalb der Verein die Forderung der Polizei ablehnt. Dies begründet Eintracht Braunschweig damit, dass durch die Personalisierung aller Gästetickets sowie einer Kontrolle dieser, der Einlassprozess mehrere Stunden dauern würde weshalb es zu einer „eskalierenden Drucksituation“ am Gästeblock kommen könnte. Auch äußert der Verein bedenken bei datenschutzrechtlichen Fragen.
Stattdessen hat der Verein der Behörde ein Alternativvorschlag vorgelegt, der auf einer Käuferpersonalisierung beruht und laut Eintracht Braunschweig genauso sicher sei wie der bisherige Ansatz. Somit wird das Thema „Regularien beim Niedersachsenderby“ auch in der neuen Saison eine wichtige Rolle in der deutschen Fanlandschaft spielen.
(Faszination Fankurve, 16.09.2025)
Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme von Eintracht Braunschweig
Am 26. Oktober findet das Heimderby gegen Hannover 96 statt. Im Vorfeld wurde uns von der einsatzführenden Polizeidirektion Braunschweig mitgeteilt, dass sie für diese Begegnung die Forderung nach streng personalisierten Tickets, ausschließlich für die Gäste von Hannover 96, erhebt. Für den Bereich der Heimfans fordert die Polizeidirektion keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen.
In unserer Verantwortung als Veranstalter haben wir die Möglichkeit der Umsetzung der polizeilichen Forderungen unter gezielter Zuhilfenahme anwaltlicher Beratung sehr sorgfältig geprüft. Gegenstand dieser Prüfung waren insbesondere:
- die Einlasszeitberechnung
vorgegeben durch die baulichen Gegebenheiten im Gasteinlassbereich in Verbindung mit der erforderlichen Zeitstrecke durch die zusätzliche Abgleichskontrolle von Ticket, Personalausweis und Gesicht
- mögliche Haftungsübernahmerisiken
bei Unfällen oder Verletzungen, verursacht durch Panik und/oder Aggressionen wegen einer durch lange Wartezeiten entstehenden Drucksituation vor und hinter den Einlässen
- der Sicherheitszugewinn
Konkrete Vorteile gegenüber möglichen Risiken
- sowie datenschutzrechtliche Fragestellungen
Wir sind nach sorgfältiger Abwägung zu dem Ergebnis gekommen, dass die derzeit avisierten Maßnahmen für uns als Veranstalter in der Praxis nicht realisierbar sind. Bei einem ausverkauften Gästeblock würde der Einlassprozess unseren Berechnungen zufolge mehrere Stunden dauern. Durch die lange Wartezeit steigt die Wahrscheinlichkeit eskalierender Drucksituationen stark an. Wir sind nach derzeitigem Stand aufgrund unserer erheblichen, bereits im Vorfeld identifizierten und gegenüber der Polizei auch kommunizierten, organisatorischen und sicherheitstechnischen Bedenken nicht in der Lage, die aus unserer Sicht signifikant gesteigerten Haftungsrisiken verantwortungsvoll zu tragen. Darüber hinaus sind diverse datenschutzrechtliche Fragen bezüglich der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften nach der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung zur Verarbeitung personenbezogener Daten) ungeklärt, was sowohl Eintracht Braunschweig als auch Hannover 96 betrifft.
Nach Prüfung durch unsere beauftragte Rechtsanwaltskanzlei haben wir daher die Umsetzung der bislang vorgeschlagenen Maßnahme abgelehnt und der Behörde einen Alternativvorschlag auf Basis der etablierten und rechtlich unbedenklichen Käuferpersonalisierung unterbreitet, der aus unserer Sicht das Sicherheitsniveau des bisherigen Vorschlags aufrechterhält.
Für uns als Veranstalter hat die Sicherheit unserer Zuschauer höchste Priorität. Wir werden alle dafür notwendigen Maßnahmen ergreifen, um einen störungsfreien und friedlichen Ablauf des Spiels zu gewährleisten. Gleichzeitig müssen wir die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen beachten und unnötige haftungsrechtliche Risiken vermeiden. Wir sind überzeugt, dass wir das Spiel mit unserem Sicherheitskonzept inklusive der Käuferpersonalisierung unter Vollauslastung der Heim- und Gästeblöcke inkl. Pufferbereiche verantwortungsvoll austragen können.
Sobald neue Informationen vorliegen – auch zum Start des Ticketvorverkaufs – informieren wir umgehend auf unserer Homepage.
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