„Gegen die beiden beteiligten Fans werden Stadionverbote ausgesprochen“

Faszination Fankurve 03.06.2022 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Eintracht Braunschweig hat gemeinsam mit der Fanszene die verschiedenen Vorfälle beim Heimspiel gegen Viktoria Köln aufgearbeitet. Bei dem Spiel geriet die „BTSV EINTRACHT VON 1895 E.V.“-Zaunfahne in Brand, was ebenfalls mit der Fanszene besprochen wurde.

Die Aufarbeitung der Vorfälle fand von Eintracht Braunschweig gemeinsam mit der Fanabteilung, dem FanRat Braunschweig e.V., der Ultràs-Szene – BTSV Eintracht 1895, dem Fanprojekt Braunschweig, der Blau-Gelben Hilfe e.V. sowie Netzwerkpartnern aus dem Bereich Sicherheit statt. Man habe laut Vereinsangaben bei verrschiedenen Gesprächsterminen die Geschehnisse gemeinsam reflektiert und aufgearbeitet. Dafür haben habe man sich Zeit genommen, die aufgrund der Komplexität der Ereignisse notwendig gewesen sei, um zu einer seriösen Analyse und Bewertung zu kommen.

Zur in Brand geratenen Zaunfahne erklärte Eintracht Braunschweig: „In der 56. Minute geriet ein Banner in Block sieben in Brand. Auslöser war ein noch glimmender Zigarettenstummel, welcher in Block sechs weggeworfen wurde und einige Kartonreste der bei Spielbeginn gezeigten Choreo in Brand setzte. Trotz Bemühungen von Ordnern, Fans und Fanbetreuung griff das Feuer innerhalb kürzester Zeit auf ein Zaunbanner über. In diesem Zusammenhang kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einem Ordner und Fans, die in einer Verfolgungsjagd im Innenraum mündete. Die Situation konnte durch die Fanbetreuung beruhigt werden. Bei allem Verständnis für Emotionalität ist eine solche Situation für uns nicht hinnehmbar. Als Konsequenz daraus darf der Ordner nicht mehr im EINTRACHT-STADION arbeiten und gegen die beiden beteiligten Fans werden Stadionverbote ausgesprochen. Im Anschluss daran bildete sich innerhalb weniger Minuten eine Menschenansammlung hinter dem Marathontor zur Gegengerade und bedrohte die dort postierten Ordner, welche von der Polizei geschützt werden mussten. Daran waren keine Mitglieder der aktiven Fan- bzw. Ultràszene beteiligt. Grund für den Zorn der Menge war das Gerücht, der Ordner hätte das Banner mit Absicht in Brand gesetzt. Ein absolut haltloser Vorwurf.“

Wegen des Vorfalls mit der Zaunfahne und der Stimmung gegen den Ordnungsdienst seien laut Vereinsangeben zum Spielende keine Ordner mehr vor der Südkurve eingesetzt worden. Dort öffneten in der 83. Minute demnach erste vermummte Personen die Tore zum Innenraum. Dabei sei auch ein Rauchtopf geworfen worden, der zu einer Spielunterbrechung geführt haben soll. Nach Abpfiff kam es dann zum Platzsturm, mit dem der Aufstieg in die 2. Bundesliga gefeiert wurde.

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„Nach Abpfiff gab es neben der überbordenden Begeisterung ein Phänomen zu beobachten, welches auch in anderen Stadien, in denen es Aufstiege zu feiern gab, zu sehen war: Es wurde als Erinnerungsstück fast alles geklaut und mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest war. Werbebanden, Teile eines Tores, Eckstangen und auch Equipment der Fernsehsender, die das Spiel übertragen hatten, das Stadion war hinterher fast komplett leergeräumt. Es kann nicht sein, dass sich Eintracht Braunschweig in einem Aktionsbündnis mit den Faninstitutionen darum bemüht, den Stadionnamen zu retten, während gleichzeitig Fans eben dieses Stadion demontieren. Ein einziger Fan war reumütig und hat aus eigenem Antrieb die von ihm mitgenommenen Werbebanden unversehrt wieder zurückgebracht. Er war sich am nächsten Morgen darüber klar geworden, dass er seinem Verein, den er liebt, keinen finanziellen Schaden zufügen will. Darüber haben wir uns sehr gefreut, er erhält auch keine Strafe“, kritisiert Eintracht Braunschweig in der Stellungnahme die Sachbeschädigungen und Diebstähle beim Platzsturm.

Beim anschließenden Aufstiegsmarsch vom Stadion in die Braunschweiger Innenstadt kam es zu Konflikten zwischen Ultras und Personen, die den Fanmarsch aus nächster Nähe mit Handyaufnahmen festhielten. „Gegen 17.45 Uhr zogen ca. 2.000 Fans in einem Fanmarsch in die Innenstadt. Dabei wurden verschiedene am Wege stehende Personen, welche mit ihren Handys Bilder und Videos machten, von Teilnehmern genötigt und bedroht, mit dem Ziel, die Aufnahmen wieder zu löschen. Davon abgesehen, dass es für die Marschteilnehmer sicherlich nicht angenehm ist, aus so kurzer Entfernung massenhaft abgelichtet zu werden, darf man so trotzdem nicht reagieren. Der richtige Weg ist, jemanden darauf hinzuweisen, dass man nicht fotografiert werden möchte und darum zu bitten, die Aufnahme wieder zu löschen. Gerade unsere Ultrá-Szene hat in dieser Hinsicht eine Vorbildfunktion, welche sie auch selbstkritisch eingeräumt hat“, fasst Eintracht Braunschweig dieses Themenfeld zusammen. (Faszination Fankurve, 03.06.2022)

 

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